Wissenschaftliches Zitieren

Inhalte zum Teil wörtlich übernommen von:
Mösgen, Peter: Wissenschaftliches Zitieren, Online-Publikation, www.moesgen.de/pmoezit.htm, Stand: 23. Juni 2004

An dieser Stelle sollen einige Beispiele für wissenschaftliches Zitieren aufgeführt werden. Die Zitiertechnik sollte jedoch unbedingt vorher mit der Fachlehrerin/dem Fachlehrer abgesprochen werden, da in den einzelnen Fachgebieten unterschiedliche Techniken bevorzugt werden.
Unabhängig von der gewählten Technik gilt: Eine bestimmte Zitierweise sollte einheitlich in der ganzen Arbeit durchgeführt werden.

Zitate im Text

Wörtliche Zitate werden ohne jede Änderung aus der Informationsquelle übernommen und stehen in doppelten Anführungszeichen. Für den Zusammenhang unwichtige Passagen können ausgelassen werden. Auslassungen werden durch drei Auslassungspunkte gekennzeichnet. Wörtlich zitieren sollte man nur wichtige Stellen wie Definitionen, Fachtermini oder zu diskutierende Thesen.

Wörtliche Zitate sollten sich durch ihre Formatierung schon vom Rest des Textes abheben. Sie können z.B. mit einer kleineren Schriftgröße, kursiv und eingerückt dargestellt werden:

"Der Mathematiker lebt [...] in einer Art 'Ghetto' [...] Die meisten Mathematiker waren bisher mit ihrer 'splendid isolation' durchaus zufrieden. Sie hielten es weder für möglich noch für zweckmäßig, ihr 'Ghetto' zu verlassen." [Meschkowski 1979: 68]

"Der Mathematiker lebt [...] in einer Art 'Ghetto' [...] Die meisten Mathematiker waren bisher mit ihrer 'splendid isolation' durchaus zufrieden. Sie hielten es weder für möglich noch für zweckmäßig, ihr 'Ghetto' zu verlassen."¹
¹Meschkowski 1979: S. 68.

Am Ende jedes wörtlichen Zitats steht die Quellenangabe. Dies kann durch direkte Angabe der Quelle oder durch eine Fußnote geschehen. In beiden Fällen verweist die Quellenangabe auf das Literaturverzeichnis, wo nähere Angaben zur Quelle aufgeführt sind:

Meschkowski, Herbert: Die Stellung der Mathematik in unserer Gesellschaft. Mannheim: B.I.-Wissenschaftsverlag 1979.

Sinngemäße Wiedergaben eines Textes erstrecken sich oft über längere Passagen. In diesem Fall genügt es, am Ende des jeweiligen Absatzes oder Sinnabschnitts die Quellenangabe zu setzen. Dies kann wie oben mit dem Zusatz vgl. oder siehe geschehen

Das Literaturverzeichnis

Das Literaturverzeichnis steht meist am Schluss einer Arbeit. Es ist alphabetisch sortiert. Am Anfang jeden Absatzes stehen hervorgehoben Nachname und Vorname (nicht abgekürzt) des Autors, darauf folgen Titel, Untertitel, Verlagsort, Auflage und Erscheinungsjahr.

Mösgen, Peter: Selbstmord oder Freitod? Das Phänomen des Suizides aus christlich-philosopischer Sicht, Eichstätt 1999

Falls das Werk in einer Reihe erschienen ist, können Reihentitel und Bandnummer vor dem Verlagsort eingefügt werden. Die Angabe des Verlags ist nicht unbedingt erforderlich. Falls gewünscht kann der Verlag mit einem Doppelpunkt abgetrennt hinter den Verlagsort geschrieben werden.

Monographien
Stammt ein Buch von einem einzigen Autor, gibt es in der Regel keine Schwierigkeiten bei der Quellenangabe. Ist das Werk original fremdsprachig erschienen, braucht der Übersetzer nur angegeben werden, wenn die Übersetzung für die Arbeit von Bedeutung ist. Hat das Buch zusätzlich zum Autor einen Herausgeber, wird er vor dem Verlagsort angegeben. Bei mehreren Autoren wird nur der erste genannt und mit „u. a.“ auf die weiteren hingewiesen. Das gleiche gilt für mehrere Verlagsorte.

Die Auflage kann entweder mit einer Hochzahl direkt vor das Erscheinungsjahr gesetzt werden oder mit Kommata abgetrennt zwischen Verlagsort und Jahr gesetzt werden. Informationen zu erweiterten oder überarbeitete Auflagen etc. sollten so mit aufgeführt werden, wie sie im Buch eingedruckt sind. Beispiel:

Schmitz, Sylvia: Medienpädagogik. Vom Umgang mit den Massenmedien, hg. von Alexander Hanke, Freiburg u. a., 2., erweiterte Auflage, 1998

Aufsätze aus Sammelbänden
Angegeben werden Autor und Titel sowie der Sammelband, in dem der Aufsatz steht. Beispiel:

Müller, Achim: Ethische Aspekte, in: Gentechnologie, hg. von Werner Schneider, Hamburg 1997

Zeitungsartikel
Ist der Autor bekannt, wird der Artikel unter dem Namen des Autors ins Literaturverzeichnis einsortiert. Anderfalls wird der Artikel unter dem Titel einsortiert. Namenskürzel brauchen nicht wiedergegeben werden, Agenturkürzel können eine hilfreiche Ergänzung sein. Aufgeführt werden: Name des Autors, Titel des Artikels, Name der Zeitung, Nummer und Datum der Ausgabe, Seitenzahl. Beispiele:

Hermann, Günther: Das Medienzeitalter. Monopolisten auf dem Vormarsch, Kommentar in: Süddeutsche Zeitung, Nr. 237 vom 13./14. Oktober 2001, S. 2

Sport und Kirch: dpa, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nr. 237 vom 13./14. Oktober 2001, S. 27

Zeitschriftenartikel
Eine mögliche Zitierweise besteht aus folgenden Angaben: Autor, Titel, Untertitel, Zeitschrift, Jahrgang, Jahr in Klammern, Heftnummer, Seitenzahl. Bei wissenschaftlichen Zeitschriften sind die Seiten jahrgangsweise durchnummeriert. In diesem Fall kann auf die Heftnummer verzichtet werden. Beispiel:

Huber, Silke: Gesprächstherapie, in: Berliner Quartalsschrift 25 (1972), S.16–25

Artikel aus Lexika
Ist der Autor bekannt, wird der Artikel unter dem Namen des Autors einsortiert. Fehlt im Lexikon eine Autorenangabe, wird der Artikel unter dem Titel einsortiert. Auf die Angabe des Erscheinungsjahres folgt die Seiten- beziehungsweise Spaltenangabe zum Artikel. Beispiele:

Peters, Manfred: Psychose, Artikel in: Lexikon Psychiatrie, hg. von Andrea Mayer, Berlin 1998, Sp. 721–724

Psychose: Artikel in: Loewes psychiatrisches Handwörterbuch, Band 2, Heidelberg 1987, S. 125 f.

Handbücher, Lehrbücher etc.
Soweit Autoren einzelner Abschnitte aufgeführt sind, werden Hand- und Lehrbücher wie Sammelwerke behandelt (siehe oben unter Aufsätze). Ansonsten werden sie unter dem Titel aufgeführt. Alternativ ist auch eine Einsortierung unter den Namen des Herausgebers möglich. Beispiel:

Medienpsychologie. Ein Lehrbuch für die Praxis, hg. von Michaela Mönch, Frankfurt 1996

oder:

Mönch, Michaela (Hg.): Medienpsychologie. Ein Lehrbuch für die Praxis, Frankfurt 1996

Internet
In wissenschaftlichen Arbeiten sind in der Regel nur Internetseiten zitierbar, die von eindeutig identifizierbaren Urhebern stammen, beispielsweise Behörden oder Medien. Die Inhalte müssen zudem wissenschaftlichen Kriterien entsprechen. Liegt eine Information zusätzlich in einer Printfassung vor, sollte man auf die gedruckte Version zurückgreifen oder zumindest in Stichproben die Zuverlässigkeit des Internetzitats überprüfen.

Bei der Quellenangabe gilt es, so viele Informationen wie möglich zu übernehmen, um eines der wichtigsten Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten zu erfüllen, die Überprüfbarkeit des Inhalts. In der Regel sollten die Angaben Autor/Anbieter, Titel, URL und Datum genügen. Bei der Geschwindigkeit jedoch, mit denen Web-Seiten auftauchen und wieder verschwinden, ist es ratsam, das zitierte Web-Dokument – zumindest in Auszügen –  als Anhang der jeweiligen Arbeit hinzuzufügen. Beispiel:

Mösgen, Peter: Wissenschaftliches Zitieren, Online-Publikation, www.moesgen.de/pmoezit.htm, Stand: 23. Juni 2004

Hinweise Inhaltsverzeichnis


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